Privat- und Wirtschaftsdetektei AS International: Einsatz in Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen
Als unser Kunde uns telefonisch um Hilfe bat, waren wir gerade mit einem Einsatz in Frankfurt fertig geworden. Aber – der wichtige und langjährige Kunde verdiente unsere sofortige Aktion – keine Pause, kein Wochenende!
Wir nahmen die A3 bis Würzburg, und danach bretterten wir über die A7 nach Ulm – normalerweise kann man da die Pferde ein wenig laufen lassen. Wir mussten nach Wolfratshausen.
Dort, in der Nähe des Japanischen Gartens hatte sich der Vorfall ereignet, den der Kunde uns aufgeregt erzählte. Was war demnach passiert?
Dr. F., der eine grosse Zahnarztpraxis in München betrieb, hatte sein Auto auf dem Parkplatz abgestellt und hatte in dem Garten einen kurzen Spaziergang gemacht. Er war nicht nur ein tüchtiger und guter Zahnarzt, sondern hatte in seinem Leben auch ein bisschen Geld verdient, das er gern in Werten anlegte, die man später mal vererben konnte. In Wolfratshausen wohnte ein Bekannter, der sich als Kunsthändler einen Namen gemacht hatte, und dieser Kunsthändler hatte ihm ein lang ersehntes und neues, aber in Wirklichkeit altes Bild besorgt, für das man auf einer Auktion gut und gern mehr als 150.000,- Euro bezahlen musste. Es handelte sich um eine Arbeit, die einem Zeitgenossen von Albrecht Dürer zugeschrieben wurde, und der Kunstexperte schätzte die Entstehung auf das Jahr 1510. Dr. F. war lange hinter dem Bild her gewesen, und nun war er sehr glücklich, dass er es endlich geschafft hatte.
Als er nach seinem kurzen Spaziergang zu seinem Auto zurückging und sich noch einmal das neue Bild ansehen wollte, stellte er fest, dass das Bild weg war – aus dem verschlossenen Kofferraum spurlos verschwunden. Zwar hatte er sofort die Polizei verständigt, aber er hatte den Beamten nur berichtet, dass seine Golfausrüstung aus dem Auto fehlte; von dem Bild, das auch im Kofferraum des Autos gut verstaut gewesen war, hatte er nichts erzählt. Zu allem Überfluss war das Bild nicht versichert – die Versicherungsprämie wäre so teuer gewesen, dass Dr. F. seine Kunstschätze lieber durch die Alarmanlage in seinem Hause schützen liess.
Nun – wir waren auch ratlos – wie sollten wir denn sein Bild finden? Aber Dr. F. hatte eine Idee: als er bei seinem Bekannten, dem Kunsthändler das Bild verhandelt hatte, hielt sich ein anderer Interessent in dessen Haus auf – ein sehr südländisch aussehender Mann mit sehr stark gelackten Haaren. Dr. F. hatte den Eindruck, dass dieser Mann sich ebenfalls für das Bild interessiert hatte, denn der war immer in der Nähe gewesen, und Dr. F. hatte das mulmige Gefühl, dass dieser Mann ein unangenehmer Zeitgenosse sei – manchmal hat man ja solche unsicheren Ahnungen….
Dr. F. hatte sich gemerkt, mit welchem Auto der Fremde gekommen war: es war ein schneeweisser Porsche Cayenne, zugelassen in Garmisch-Partenkirchen. Und nun vermutete Dr. F., dass ihm dieser „Konkurrent“ wegen des Bildes nachgefahren war und er unterstellte, dass dieser Mann sein Auto aufgebrochen und das Bild genommen hatte.
Nun, wir nahmen die Witterung auf, wir hatten ja nicht viele Angaben: das Auto, den Zulassungsort und die gelackten Haare des südländischen Fahrers – nicht gerade viel. Aber es war einzusehen, dass Dr. F. nicht selbst die Ermittlungen aufnehmen konnte und wollte – er war ausserdem viel zu aufgeregt.
Bis Garmisch fuhren wir eine knappe Stunde – so, und nun?
Wo würden wir einen Mann suchen, der Bilder sammelt und einen weissen Porsche fährt?
Wir nahmen einen kleinen Imbiss ein, und in der Gaststätte wurden wir von einem ganz besonderen Kellner bedient: es war ein junger Mann mit südländischen Aussehen und stark gelackten Haaren! Sollte das etwa „unser Mann“ sein?
Klar, „Kommissar Zufall“ spielt auch bei uns manchmal eine grosse Rolle. Aber, wir waren
vorsichtig, denn wir mussten erst mal rauskriegen, wohin der Kellner nach Dienstschluss gehen würde. Wir kriegten raus, dass er bis 23.00 Uhr Dienst machen würde – also legten wir uns in der Nähe des Restaurants auf die Lauer.
Es wurde ein langer Abend – wir mussten mehrere Ausgänge des Hauses überwachen, weil wir nicht wussten, durch welche Tür der Kellner das Haus verlassen würde. Aber, schliesslich – es war fast Mitternacht – wurden die Lichter in dem Restaurant gelöscht, und das Bedienungspersonal kam aus dem Haus. „Unser Mann“ schien in der Nähe des Restaurants zu wohnen, denn er ging nicht zu einem der geparkten Autos, sondern machte sich zu Fuss auf den Weg. Für uns bedeutete das, wir mussten uns teilen: einer von uns musste ihm unauffällig zu Fuss folgen, ein anderer musste mit dem Auto – genau so unauffällig - hinterherfahren. Aber das hatten wir auf dem Programm – und wir schafften es natürlich, nicht aufzufallen.
Der Mann ging tatsächlich zu einem in der Nähe stehenden Haus, es war ein grosses und gepflegtes Anwesen, mit einer grossen Garage. Und das Glück war auf unserer Seite: bevor er in seinem Haus verschwand, ging er zu dieser Garage, schloss sie auf, und da stand er, der weisse Cayenne.
Nun, wir waren jetzt aber ganz schnell, und einer von uns sprang auf ihn zu, als er gerade aus der Garage heraus kam. Wir verwickelten ihn in eine ernsthafte Diskussion, sagten ihm auf den Kopf zu, dass er ein altes wertvolles Bild in seinem Auto habe – er war sehr davon überrascht, was wir alles wussten!
Aber das Überraschungsmoment war auf unserer Seite. Wir gaben uns als Privatdetektive im Auftrag von Dr. F. aus München zu erkennen – und nach anfänglichem Leugnen gab er zu, dass er in der Tat auf Veranlassung eines Kunden dieses Bild „abgegriffen“ hatte.
Wir machten ihm einen eleganten und für ihn unerwarteten Vorschlag: wir würden alles vergessen, dass wir ihn je gesehen hätten, wenn er uns das Bild auf der Stelle aushändigen würde. Er ging ganz erleichtert darauf ein – es schien uns, als wäre das Bild glühend heiss, als er uns das corpus delicti aushändigte.
Dr. F. war sehr glücklich, als wir ihn noch am gleichen Abend in München anriefen und ihm von unseren Ermittlungs-Ergebnissen erzählten. Dass wir die Angelegenheit ohne offizielle Formalitäten erledigt hatten, das war ihm sehr Recht – denn so konnte er viel Papierkram vermeiden.
Und sein Bild hing bereits am nächsten Tag in seinem Privatmuseum.
Unsere Erfahrung ist Ihr Vorteil!
