Privat- und Wirtschaftsdetektei AS International - Jamón aus der Extremadura.
Der vertauschte Schinken
Der Anruf kam kurz vor Mitternacht in unserem Büro in Darmstadt an: eine aufgeregte spanische Stimme überschüttete uns mit einem aufgeregten Wortschwall – es war Vasco de S., der uns aus Jerez de los Caballeros etwas extrem Wichtiges zu erzählen hatte. Jerez de los Caballeros ist das wichtigste Städtchen für die Eichelschweine und liegt in der Provinz Badajoz, in der Extremadura, ganz in der Nähe der Grenze nach Portugal in Südspanien.
Alles klar? Natürlich nicht! Was haben wir, die Detectei AS, mit Schweinen zu tun – es musste sich doch wohl um einen Irrläufer handeln, oder?
Nach einiger Zeit wurde uns dann klar, was der würdige Herr Vasco uns erzählen wollte.
Also fangen wir vorn an.
Herr Vasco ist einer der führenden Hersteller des berühmten Schinkens, der von den „Eichelschweinen“ stammte. Diese Schweine sind berühmt dafür, dass sie sich frei in den Eichenwäldern der Provinz Badajoz bewegen und pro Tag bis zu 30 Kilogramm Eicheln fressen, wenn die reifen Eicheln zu Boden fallen. Diese Ernährung sorgt für den einmaligen Geschmack des Schinkens, der von diesen Schweinen stammt und der für viel Geld verkauft wird.
Vasco de S. hatte Lieferverträge mit deutschen Lebensmittelkonzernen abgeschlossen, und er ist sehr daran interessiert, diese Aufträge zu behalten und die Geschäftsbeziehungen nach Nordeuropa sogar auszubauen. Sein Problem aber war – und deshalb rief er so aufgeregt an: es gab massive Probleme, und der deutsche Kunde drohte damit, die Aufträge zu stornieren und ihn sogar auf Schadenersatz zu verklagen.
Warum aber denn nur? Ja, das war das Problem: bei der letzten Lieferung war angeblich kein Eichelschinken, sondern ganz normaler Schweineschinken aus deutscher Produktion ausgeliefert worden – und der Wert der Lieferung betrug nur etwa ein Drittel dessen, was berechnet worden war. Der deutsche Kunde fühlte sich betrogen und reagierte stocksauer.
Zwei unserer Ermittler waren noch in Santander in Cantabrien – die beiden hatten dort die Schmuckdiebstähle aufgeklärt. Wir beruhigten Herrn Vasco und erklärten ihm, dass die beiden Detektive schnellstens nach Jerez de los Caballeros kommen und sich um den Fall kümmern würden.
Die Flugverbindung war relativ bequem – der zivile lokale Flughafen Aeropuerto de Badajoz teilt sich bekanntlich die Start- und Landebahnen mit der spanischen Luftwaffenbasis, Base Aéra de Talavera la Real. Die schnellste Verbindung von Santander nach Badajoz war ein Flug über Barcelona, mit der Iberia, die die Air Nostrum damit beauftragt hatte.

Als unsere Detektive bei Herrn Vasco de S. ankamen, hörten sie die ganze Geschichte im Detail: offenbar waren irgendwo Schinken aus Jerez de los Caballeros gegen ganz normale deutsche Schinken ausgetauscht worden – denn es gab keinen Zweifel, dass Herr Vasco ein ehrenwerter Geschäftsmann war und vertragsgemäß geliefert hatte.
Wo aber war der Austausch passiert?
Herr Vasco übergab unseren Ermittlern seine Lieferpapiere und alle Details der Laufwege der mit der Lieferung beauftragten Spediteure.
Unsere Leute kamen also nach Hause: sie besuchten den Spediteur, der die Schinken mit seinem Lastwagen von Spanien nach Deutschland gebracht hatte und erzählten ihm von dem Problem. Die Offenheit machte sich bezahlt: der Spediteur erklärte ganz frei heraus, dass der Fahrer, der diese letzte Fuhre gefahren hatte, sich als unzuverlässig erwiesen hatte, und dass er den Mann kürzlich gefeuert hatte. Von Schwierigkeiten mit der Schinkenlieferung wusste er allerdings nichts.
Wir bekamen den Namen und die Adresse des Fahrers und suchten ihn zu Hause auf – er wohnte in einem kleinen Dorf, und er verstand wohl auch etwas von Landwirtschaft. Wir befragten ihn, blufften ein wenig und sagten ihm auf den Kopf zu, dass er extreme Schwierigkeiten bekommen würde, wenn er leugnen würde, dass er die Schinken ausgetauscht hatte.
Der Mann erkannte: er hatte keine Chancen, wenn er das abstreiten würde, und er gab alles reumütig zu.
Er hatte, da er den Wert der spanischen Eichelschinken kannte, sich normalen deutschen Schinken besorgt, die Verpackungen notdürftig ausgetauscht und die „falschen“ Schinken ausgeliefert.
Der Kunde merkte natürlich, dass mit der Lieferung etwas falsch war, dachte aber, dass der Betrug beim Lieferanten stattgefunden hatte, und er machte richtig Stress mit dem Lieferanten, Herrn Vasco de S. in Jerez de los Caballeros.
Deshalb ja hatte der uns so aufgeregt angerufen, damals in der Nacht.
Aber immerhin wussten wir nun, dass Herr Vasco de S. ein ehrlicher Geschäftsmann war.
Der Spediteur, dessen Fahrer die Gaunerei begangen hatte, kam über seine Versicherung für den Schaden auf.
Unsere Detectei AS nahm Kontakt mit dem Käufer der Eichelschinken auf und erklärte, wie sich die Sache tatsächlich verhielt.
Nachdem der Sachverhalt zweifelfrei geklärt worden war, wurde das Kriegsbeil begraben. Wir schlugen vor, dass Herr Vasco de S. nach Deutschland kommen und sich mit dem Kunden persönlich unterhalten sollte. Das geschah auch, und dabei wurde eine gute persönliche Vertrauensbasis aufgebaut – es gab sogar einen neuen Auftrag über die Lieferung von noch mehr Eichelschinken aus Jerez de los Caballeros in der Provinz Badajoz in Extremadura, Spanien, in das ferne kalte Deutschland.
Unsere Erfahrung ist Ihr Vorteil!
