Privat- und Wirtschaftsdetektei AS International - Der „billige Jakob” und die Bremsen aus Minsk
Unser Leben ist ohne Bewegung in Hochgeschwindigkeit nicht mehr vorstellbar.
Als der erste „Adler“ – die erste Eisenbahn in Deutschland – im Jahre 1835 seinen Betrieb aufnahm und mit der Höllengeschwindigkeit von 29 Kilometern pro Stunde fuhr, da hatten Ärzte und andere „Wissenschaftler“ Angst um das Leben der Fahrgäste. Heute sind Eisenbahnen fast 500 km/h schnell, und das Tempo unserer Serien-Autos wird bei 250 km/h elektronisch gedeckelt. Zur Erreichung des Temporauschs gibt es zwei wesentliche und unentbehrliche Energiearten: die zur Beschleunigung - und die zum Bremsen. Was wäre, wenn wir keine Bremsen an unseren Fahrzeugen hätten?
Wo viel gefahren wird, muss auch viel gebremst werden - klar. Die Bremsen an unseren Autos sind eindeutig Verschleissteile und müssen je nach Verschleissgrad öfter ausgetauscht werden. Versagende Bremsen können den Tod vieler Menschen bedeuten. Deshalb sind Bremsen auch wichtige Sicherheitsteile. Wer unzuverlässige Bremsen in den Verkehr bringt, gilt als Straftäter und wird dementsprechend auch behandelt und bestraft.
Die Detectei AS wurde beauftragt, einen Importeur, der Bremsmaterial einführte, daraufhin zu überprüfen, woher die Ware stammte, wer die Hersteller der Teile waren und ob die Produkte die Sicherheitsüberprüfungen auch wirklich bestanden hatten, die sie gemäss Verpackungsaufdruck absolviert hatten.
Aufgetaucht waren die nach Originalteilen eines namhaften Herstellers aussehenden Produkte zuerst in Süddeutschland, in München und Stuttgart, kurz danach aber waren sie im ganzen Land per Internet zu bestellen – zu unglaublich niedrigen Preisen. Es wurde vermutet, dass es sich um Fälschungen handelte. Aber woher kamen die?
Das Neubelegen von Bremstrommeln oder der Austausch von Bremsklötzen an Personenwagen wird vielfach als leichte und einfach durchzuführende Arbeit angesehen, und entsprechend attraktiv ist es, sich die geeigneten Teile preiswert im Internet zu besorgen und die Arbeit mal eben an einem Samstag am Strassenrand durchzuführen – und einen Wagenheber hat ja wohl jeder.
Als einer der Käufer solchen Materials beim Auspacken der Teile nämlich feststellte, dass bereits am Neuteil Risse zu sehen waren, wurde er nervös – so was wollte er sich doch nicht in sein zwar altes, aber immerhin noch fahrtüchtiges Auto einbauen!
So kam der Stein ins Rollen.
Wir fanden heraus, wer die Teile nach Deutschland importierte, und diesen Importeur, der in einer süddeutschen Grossstadt sass, suchten wir auf. Er wollte zwar nicht sofort mit der Sprache heraus, aber als wir ihm erklärten, dass er sich eine sehr lange Gefängnisstrafe einhandeln könnte, wenn er nicht kooperierte, wurde er etwas zugänglicher. Er sagte, dass er die Ware von einem Händler in Minsk/Weissrussland beziehe. Ja, und woher bekommt der die Teile? „Ja ne snaju“ – und in Kyrillisch geschrieben sieht das so aus: я не знаю – „ich weiss nicht!“ – der Importeur war nämlich Russe. Na, prima! Das wurde schwierig!
Wir kauften in Berlin also Fahrkarten für den Zug nach Minsk – es würde eine lange Fahrt werden: von Berlin über Poznan, Warszawa, Brest, dort Grenzübertritt nach Weissrussland mit Spurwechsel und schliesslich weiter nach Minsk – so eine Fahrt dauert ungefähr 17 Stunden. Aber, was sein muss, muss sein – also los.
In Minsk fanden wir den Verkäufer unter der angegebenen Adresse – und er erzählte uns, was wir bereits vermutet hatten: er bekam das Material aus China, und es wurde ihm mit der Bahn gebracht. Es war die übliche Strecke – wir bekamen erneut Nachhilfe in Bahnstrecken und Fahrplänen: mit der Transsib von Peking nach Moskau, dort Umladung in den internationalen Zug von Moskau nach Berlin – nun, und damit hatten wir den Transportweg ermittelt.
Wie der Verkäufer in Süddeutschland es geschafft hatte, diese fragwürdigen Teile aus China über Russland und Weissrussland nach Deutschland zu schaffen – das wird wohl immer sein Geheimnis bleiben – sauber waren die Handelswege garantiert nicht!
Unser Kunde, der uns diesen Ermittlungsauftrag gegeben hatte, wurde mit Dokumenten, Fotos, Videofilmen und Gesprächsmitschnitten komplett versorgt. Nach Sichtung der Informationen war es nur eine Frage von wenigen Tagen, dass dieser Beschaffungsweg von den Zollbehörden rigoros versperrt wurde.
Der Importeur hatte nun richtig viel Ärger – er musste alle seine Kundendaten herausrücken und alle Käufer anschreiben und mitteilen, dass die gekaufte Ware nicht zugelassen war und bitte zurückzugeben war – einschliesslich Geldrückerstattung und Übernahme aller Kosten.
Wir wissen nicht, ob das alles so einwandfrei abgelaufen ist und was weiterhin mit dem „Billigen Jakob“ passierte – es war nicht mehr unser Fall.
Unsere Erfahrung ist Ihr Vorteil!
